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Einiges über Schlafapnoe

» Schlafapnoe-Syndrom [SAS] -- Ein Syndrom: eine ernst zu nehmende Krankheit !

Was ist Schlafapnoe?

Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine medizinisch bedeutsame Schlafstörung. Sie wird verursacht durch Atemstillstände [Apnoen] von 10 sec bis zu einigen Minuten Dauer während des Schlafes. Diese Atemstillstände bewirken eine verringerte Sauerstoffversorgung und führen zu Aufweckreaktionen, die (als Alarmreaktion des Körpers) nicht bewusst wahrgenommen werden, aber zu erhöhten Körperfunktionen (Pulserhöhung, etc) führen. Dadurch wird die Tiefschlafphase verkürzt oder gar nicht erst erreicht, was zu ausgeprägter Tagesmüdigkeit führt und Folgeerkrankungen nach sich zieht.

Man unterscheidet obstruktive und zentrale Apnoen, wobei die zentralen Apnoen seltener sind; meist treten beide Formen gemischt auf.

Die häufigste auftretende Form ist die obstruktive Schlafapnoe [OSAS]. Die Ursache ist eine starke Entspannung der Muskulatur im Bereich der oberen Atemwege. Die Folge ist ein Kollaps während der Einatmung, es entsteht ein Unterdruck. Der obere Teil der Atemwege fällt zusammen und es kommt zum Atemstillstand, wodurch der Sauerstoffgehalt ím Blut sinkt. Dies bewirkt eine Mangelversorgung des Gewebes und es folgt eine Weckreaktion des Körpers; die Muskulatur wird gestrafft und die Atmung setzt wieder ein. Dabei entsteht ein lautes Schnarchgeräusch! Der Schläfer erinnert sich meist nicht daran, der Bettpartner dagegen schon und leidet oft mit. So wird die physiologische Struktur des Schlafes gestört und die Erholungsfunktion behindert.
Oft fällt nur der obere Teil der Luftröhre zusammen, es kommt außerdem zu einer Reduzierung des Atemvolumens, den so genannten Hypopnoen. Auch dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, wenn auch weniger stark als bei den Apnoen. Die Anzahl der Apnoen und Hypopnoen pro Stunde gibt der so genannte Apnoe-Hypopnoe-Index [AHI] an. Bei mehr als 7 Ereignissen pro Stunde sollte eine Therapie eingeleitet werden.

Die sehr selten auftretende zentrale Apnoeform entsteht durch Schäden im zentralen Nervensystem, welche die Atemmuskulatur fehlerhaft steuern. Man "vergisst" zu atmen. Dies ist erblich bedingt, kann aber auch aus neurologischen Schädigungen herrühren.


Symptome

# Atemaussetzer von mehr als 10 Sekunden
# Durchschlafstörungen
# Tagesmüdigkeit - Einschlafneigung am Tag - Sekundenschlaf
# Erhöhter Blutdruck und/oder Kopfschmerzen am Morgen nach dem Aufwachen
# Mundtrockenheit und/oder nächtliches Schwitzen


Auswirkung / Folgen

Schlafapnoe-Syndrom-Patienten haben direkte Einschränkungen im Wohlbefinden und der Leistungsfähigkeit.

Sie sind insbesondere im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems gefährdet, denn es können nächtliche Herzrhythmusstörungen auftreten. Durch die Atemstillstände sinkt jeweils die Sauerstoffkonzentration im Blut und als Reflex darauf (Ausschüttung von Stresshormonen) erhöht sich der Blutdruck. Diese Reaktion kann sich bei unbehandeltem Schlafapnoe-Syndrom einschleifen, so dass die Blutdrucksteigerung später auch am Tage erhalten bleibt und zur regelrechten Hochdruckerkrankung (Hypertonie) führt. Gerade in Verbindung mit Übergewicht besteht bei Schlafapnoe-Syndrom ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben. Bei Patienten mit Verengung der Herzkranzgefäße kann es zu nächtlichen Anfällen von Brustenge (Angina pectoris) und zum plötzlichen Herztod kommen.

Schlafapnoe-Patienten mit ausgeprägten Tagessymptomen sehen sich im Berufsleben durch Dauermüdigkeit und Leistungsabfall oft mit erheblichen Problemen konfrontiert.

Das Spektrum der möglichen Folgesymptome reicht von Diabetes, Sodbrennen, krankhaft vermehrter Bildung der roten Blutkörperchen, Libidoverlust / Impotenz über Persönlichkeitsveränderungen bis hin zu psychischen Störungen wie Depressionen.

Eine besondere Gefahr für den Patienten und andere besteht in der Zunahme des Unfallrisikos durch den sogenannten Sekundenschlaf, der beim Autofahren zur Gefahr auch für die Allgemeinheit werden kann. Tatsächlich sind Menschen mit Schlafapnoe-Syndrom häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt als gesunde Personen. Die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr kann bei unbehandelter Schlafapnoe eingeschränkt sein.


Diagnose

Bei Verdacht auf eine Schlafapnoe sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden!

Der Arzt fragt zunächst nach den aktuellen Symptomen und nach der persönlichen Krankengeschichte. Meistens bemerken die Betroffenen die Atemaussetzer nicht selbst, sondern nur ihre Partner (in Form von sehr unregelmäßigem Schnarchen mit wiederholten Atemstillständen in der Nacht).

Für eine erste Diagnose der Schlafapnoe wird in der Regel eine einfache orientierende Untersuchung (Screening) des Schlafs zu Hause durchgeführt. Dazu gibt der Arzt dem Patienten zunächst für eine Nacht ein Messgerät mit nach Hause. Vor dem Zubettgehen legt der Patient selber Messsonden an, die während der Nacht den Atemluftstrom, Atembewegungen von Brust und Bauch, den Puls, die Sauerstoffsättigung des Blutes, die Körperlage und teilweise auch die Schnarchgeräusche registrieren. Die Ergebnisse dieser Messungen können dann auf eine eventuell vorliegende Schlafapnoe schließen lassen, so dass eine intensivere Diagnose im Schlaflabor folgen muss, wofür der Arzt den Patienten an ein solches überweist.

Dort erfolgen in der Nacht viele Messungen, die nicht schmerzhaft sind und den Betroffenen auch nicht belasten: So werden die Hirnströme (EEG), der Herzrhythmus (EKG) und der Sauerstoffgehalt des Blutes (Pulsoxymetrie) genau erfasst, ebenso gehört die Beobachtung des Atemflusses an Mund und Nase dazu. Auch trägt der Schlafende einen Dehnungsgürtel, um die Atembewegungen zu registrieren. Mit einer Untersuchung der Augenbewegungen (EOG) kann der Arzt die einzelnen Schlafphasen unterscheiden. Weiterhin werden zur Diagnostik der Schlafapnoe der Blutdruck, die Muskelspannung (EMG), die Körperlage und die Schnarchgeräusche erfasst und der Patient wird mit einer IR-Kamera überwacht. So können die Ärzte den Schlaf gründlich analysieren.
Die Stärke einer Schlafapnoe lässt sich messen. Dazu werden sowohl die Anzahl der Atemaussetzer als auch die Dauer der Atempausen mit der Schlafdauer verrechnet.

Als Maß der Schlafapnoe gilt der Apnoe-Index (AI), der angibt, wie viele 10 Sekunden lange Atempausen der Patient pro Stunde Schlafzeit hat. Der Apnoe-Index liegt im besten Fall bei unter fünf pro Stunde. Je höher er ist, desto schwerer ist die Erkrankung.

Nach einer Diagnostik im Schlaflabor können zusätzliche Untersuchungen folgen, zum Beispiel beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt, einem Kieferchirurgen und einem Nervenarzt (Neurologe).


Thearpie

Der „Goldstandard“ der Schlafapnoe ist die CPAP-Therapie - die nasale Überdruckbeatmung (nasal continuous positive airway pressure = nCPAP). Dabei kommt ein Gerät zum Einsatz, dass einen leichten Überdruck (5 bis 20 Milibar) erzeugt. Mittels eines Schlauches und einer Nasen-Atemmaske, die man während des Schlafes trägt, werden die Rachenwände vor dem Zusammenfallen während der Einatmung bewahrt und damit auch das Schnarchen verhindert. Man spricht bei dieser Therapie auch von der „pneumatischen Schienung“ der oberen Atemwege. Es gibt verschiedene Arten solcher Masken, so dass eine gute individuelle Anpassung erfolgen kann.
Nach einer Eingewöhnungsphase berichten die meisten Anwender über eine deutlich bessere Schlafqualität und viele Symptome des Schlafapnoe-Syndroms, insbesondere die Tagesmüdigkeit, gehen durch diese Therapie bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten drastisch und in der Regel sofort zurück.

Therapiebegleitende Maßnahme bei einer Schlafapnoe ist unter anderem die Änderung der Schlafposition. Der Oberkörper sollte hochgelagert werden, die Seitenposition ist der Rückenlage vorzuziehen. Jedoch nur, wenn man in einer so veränderten Position auch gleich gut schlafen kann. Die gewohnte „Lieblingsschlafposition“, die in der Regel über Jahre den Körper auf Schlaf konditioniert hat, kann auch bei einer CPAP-Therapie beibehalten werden, was manchmal kreative Eingewöhnung voraussetzt.
Selbstverständlich sollten alle das Schlafapnoe-Syndrom verstärkenden Faktoren wie sehr spätes zu Bett gehen, Nikotin- und Alkoholkonsum, etc. nach Möglichkeit reduziert werden.
Zur Basisbehandlung gehört auch die Verbesserung der "Schlafhygiene": geregelte Schlafzeiten, ein ruhiger, abgedunkelter Raum, die Einrichtung einer "Zu-Bett-Geh-Zeremonie", etc. fördern den erholsamen Schlaf.
Bei Übergewichtigen sollte eine Gewichtsabnahme angestrebt werden.

Alternative Methoden können sein:
# Behandlung mit atmungsstimulierenden Medikamenten (wie z.B. Theophyllin)
# Das nächtliche Anlegen einer Art Prothese (Esmarch-Schiene) durch die der Unterkiefer um einige Millimeter nach vorn gezogen wird.
# Ein nasopharyngealen Stent, (eine mechanische Schienung des Rachenraumes) welcher den Verschluss des Atemweges durch Erschlaffen der Rachenmuskulatur oder des Zungengrunds durch die Aufstellkraft des Stents verhindert. Der Stent wird vor dem Schlafen vom Patienten selbst eingesetzt und morgens wieder aus der Nase gezogen und gereinigt.
# Sind Anomalien im HNO-Bereich für die Atemwegsverlegung (mit-) verantwortlich, können diese evtl. durch entsprechende Operationen korrigiert werden (Weichteilkorrekturen sind das Entfernen der Rachenmandeln, das Entfernen der Gaumenmandeln und die Korrektur des Gaumenzäpfchens). Hierzu gibt es verschiedene Operationsmethoden.

Auf dem Freien Markt werden von zahlreiche Firmen auch „Anti-Schnarch-Masken“, Nasenklammern, elektrische Warngeräte, Meditationskurse, Magnetfeldmatten, aetherische Öle usw. zur Eigenbehandlung angeboten. Diese Produkte und Methoden haben bisher keine nachgewiesene Wirksamkeit, stören in manchen Fällen den Nachtschlaf sogar zusätzlich.
Außerdem verhindern oder verzögern sie den Beginn einer wirksamen Behandlung der Schlafapnoe.
Daher sind wir von der Selbsthilfegruppe hier sehr skeptisch.

 SG Schlafapnoe e.V
im Rheinisch-Bergischen Kreis
und Leverkusen